von Benedikt Schatz, März 2020

Eine Stadt voller Träume

Fruchtbar für viele, Geld wächst hier auf Bäumen,
furchtbar für viele, die Suche nach Räumen.
Vor dem Club wartet die Hoffnung an Zäunen,
doch rein kommt man nur mit den richtigen Freunden.
In dieser geschlossenen Gesellschaft ist für uns Träumer kein Platz.

Ich spiegel mich in deiner Fassade, hier bin ich niemals allein,
selbst in meinen eigenen vier Wänden ist die Einsamkeit schein.
Und von drüben hör ich die Nachbarin schreien.
Student müsste man sein, weißt du noch wie früher?
Da war uns kein Zimmer zu klein!
Jetzt bin ich zehn Jahre klüger und für das Drecksloch zu fein.

Es treibt mich raus auf die Straßen.
Nicht ein Lüftchen des Lärms lässt sich des Nachts erhaschen,
fühlt sich an wie ein Stückchen des Traums, den hier alle haben.
Im Schaufenster spiegeln sich ich und dein Schatten.
Hier bin ich niemals allein, hier ist die Einsamkeit Schein!

Und doch bleibe ich hier in meiner Stadt voller Träume,
nur hier finde ich die richtigen Freunde, finden wir die richtigen Räume!
Meine Stadt,
fruchtbar für viele – nein, wir brauchen keine Zäune!
Furchtbar für viele – mein Grund zu Träumen!